Prellungen

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Die Prellung führt in erster Linie zu einem Bluterguss, der bei oberflächiger Lage unmittelbar unter der Haut als "blauroter Fleck" zu erkennen ist.

 

Erstversorgung
Pause, Eis, Kompressionsverband, Hochlagerung (PECH-REGEL)
Bei Anstieg des Druckgefühls und beginnendem Taubheitsgefühl in körperfernen Abschnitten der Extremitäten den Arzt aufsuchen. Er kann mit einer Ultraschalluntersuchung das Hämatom auffinden und evtl. punktieren ( mit der Spritze absaugen).
Vorsicht: Keine Wärmeanwendung oder Massage in der Anfangsphase. Dadurch kann das Hämatom verkalken.

Knochenprellungen

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Die Prellung eines Knochen ist sehr schmerzhaft. Ein Ausschluss eines Knochenbruchs kann nur durch ein Röntgenbild beim Arzt erfolgen.

 

Erstversorgung
PECH-REGEL, evtl. Gerinnungshemmende Salbe verwenden.

Zerrungen

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Zerrungen können zu sehr hartnäckigen, länger anhaltenden lokalen Beschwerden führen und auch wiederholt an der gleichen Stelle auftreten.

 

Erstversorgung/Behandlung
PECH-REGEL
Später (ab 3. Tag) vorsichtige Dehnung, Durchblutungsfördernde Massnahmen, Massagen, aktive Muskelbelastung geringer Intensität (z.B. langsamer Dauerlauf) eventuell unter dem Schutz eines Tapeverband.

Verstauchung

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Das Leitsymptom der Distorsion ist in erster Linie der Schmerz, sehr häufig findet sich auch eine ausgeprägte Gelenkschwellung. Die Belastung des Gelenks ist zwar schmerzhaft aber dennoch möglich. Sollte das betroffene Gelenk jedoch nicht mehr belastbar sein, muss von einer begleitenden Verletzung der knöchernen Gelenkanteile (Fraktur) ausgegangen werden. Je nach Ausmaß des Traumas besteht außerdem oft eine pathologische Instabilität des Gelenks.

 

Erstversorgung
Nach einer Verstauchung sollte das betroffene Gelenk geschont werden. Zur Schmerzbehandlung und zur Minimierung von Hämatomen, also Blutergüssen, hat sich die Auflage eines Eisbeutels bewährt. Zusätzlich kann das Gelenk hoch gelagert werden. Ein stützender Verband stabilisiert das Gelenk und hält durch eine gewisse Kompression das Ausmaß der Gelenkschwellung in Grenzen.
Die weitere Behandlung sollte unbedingt durch einen Arzt erfolgen. Mit einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung, die durch Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls CT-und Kernspinuntersuchungen ergänzt werden, können Begleitverletzungen z.B. des Knochens sowie eine abnorme Gelenkbeweglichkeit ausgeschlossen werden. Sind keine Begleitverletzungen vorhanden, erfolgt eine konservative Therapie. Eine Operation ist in diesen Fällen also nicht erforderlich. Bei der konservativen Therapie wird das betroffene Gelenk für ein bis zwei Wochen stabilisiert und somit geschont. In der Regel reicht hier ein Verband mit elastischen Binden oder ein Tapeverband aus. Zeigt sich in der ärztlichen Untersuchung jedoch eine Gelenkinstabilität, dann muss die operative Rekonstruktion des geschädigten Kapsel-Band-Apparates erwogen werden. Vor allem bei jüngeren und aktiven Leistungssportlern kommt diese Methode häufiger infrage. In jedem Fall ist beim Vorliegen einer Gelenkinstabilität eine Ruhigstellung des verletzten Gelenks für vier bis sechs Wochen sinnvoll. Liegt zusätzlich eine Knochenverletzung wird diese vorrangig therapiert.

 

Rehabilitation
Nach dem Ende der Ruhigstellung und Schonung kann das Gelenk allmählich wieder belastet werden. Zunächst jedoch nur mit geringer Belastung, die dann abhängig von eventuellen Schmerzen gesteigert wird. In den ersten vier bis sechs Monaten sollte vor Allem beim Sport ein geeigneter Gelenkschutz - beispielsweise ein Tape-Verband - getragen werden. Die Muskulatur sollte vor Aufnahme von sportlichen Betätigungen unbedingt wieder so weit aufgebaut werden, dass durch die umgebende Muskulatur eine ausreichende Stabilität des Gelenks gewährleistet ist.


Verrenkung

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Bei einer Verrenkung dreht sich ein Knochen aus einem Gelenk. Verrenkungen treten am häufigsten an Schulter, Knie und Ellenbogen auf, z.B. wenn ein Gelenk gewaltsam in eine Richtung verdreht wird, bei einem heftigen Zug am Arm oder auch durch einen Sturz. Man klagt über Schmerzen, oft ist das Gelenk unnatürlich verdreht, kann nicht normal bewegt werden und schwillt rasch an.

Erstversorgung
Nie versuchen, das Gelenk selbst einzurenken. Gelenk in der ausgerenkten Stellung fixieren und kühlen. Sofort zum Arzt!
Entfernen Sie beengende Kleidungsstücke. Eine Schwellung kann rasch größer werden und späteres Ausziehen schmerzhaft oder unmöglich machen. Zuerst das unverletzte Körperteil und dann vorsichtig die verletzte Seite vom Kleidungsstück befreien.


Knochenbrüche

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Meist entstehen Schwellungen. Eingeschränkte Beweglichkeit. Unter Umständen sehr schmerzhaft. Schwellung oder abnorme Lage der Gliedmasse.
Zum Anschluss einer Fraktur ist bei Sportverletzungen häufig eine Röntgenuntersuchung erforderlich. Bei Handgelenksverletzungen kann sie sogar bei negativem Befund 3 Wochen später angebracht sein (wenn die Beschwerden fortbestehen), da Kahnbeinfrakturen häufig auf den Röntgenbilder nicht erkannt werden.

Erstversorgung
Betroffenen möglichst wenig bewegen. Offene Brüche sofort mit keimfreien Wundauflagen oder Verbandtuch bedecken. Bruchbereich mit geeignetem weichem Polstermaterial Ruhigstellen. Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung. Notruf. Verletzten zudecken. Verletztes Gelenk Ruhigstellen und nicht mehr belasten . Schwellung mit kalten Umschlägen kühlen.

Gehirnerschütterung

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Es kommt im Moment des Unfalls zu kurzfristiger, wenige Sekunden bis Minuten dauernder Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen und Gedächtnisverlust (Amnesie). Ausserdem können Übelkeit, Erbrechen und Schwindel auftreten. Für die Zeit unmittelbar vor dem Unfall besteht häufig eine Gedächtnislücke.
Treten Veränderungen des Geisteszustandes (Bewusstseinslage, Orientierung) oder treten nach einem symptomfreien Zeitraum Übelkeit und Erbrechen auf, sollte ein Arzt verständigt werden. Eine einfache Überprüfung der Orientierung kann durch simple Fragen nach Datum, Wochentag, Namen oder dem Ort ("Wo befinden Sie sich hier?") vorgenommen werden. Besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, darf der Verletzte sich auf keinen Fall weiter sportlich betätigen. Prinzipiell sollte nach jeder Bewusstlosigkeit der Arzt aufgesucht werden!

Erstversorgung
Bis zum Transport ins Krankenhaus sollte er mit etwas erhöhtem Oberkörper gelagert und gegen Auskühlung mit einer Decke geschützt werden.
Der Patient sollte mindestens 24 Stunden nach dem Unfall beobachtet werden.
In der Regel verschwinden die Symptome nach einigen Tagen körperlicher Schonung und Bettruhe von allein. Anfangs sollte Fernsehen vermieden werden.